Das Metal-Injection-Moulding (MIM), oder Metallspritzguss, ist eine Technologie, vergleichbar mit dem Kunststoffspritzen. Der Unterschied besteht lediglich im Rohmaterial, welches hier ein Metallpulver ist.
Die MIM-Technik ist besonders geeignet für komplexe Bauteilgeometrien bei gleichzeitig hohen Stückzahlen.
Das Rohmaterial (feedstock) ist ein Gemisch von Metallpulver mit organischen Bindemitteln, üblicherweise Wachs, thermoplastischen Füllstoffen und anderen Materialien. Die Bestandteile werden unter Wärme gemischt, bis eine homogene Masse vorliegt. Nach dem Abkühlen liegt ein Granulat vor, welches für die Weiterverarbeitung in den Spritzmaschinen geeignet ist. Der feedstock kann für eine praktisch unbegrenzte Dauer gelagert werden. Das Granulat kann auf den Spritzmaschinen weiterverarbeitet und in das Werkzeug gespritzt werden.
Danach durchlaufen die Teile den sog. De-Binding-Prozess, bei welchem die organischen Bindemittel aus dem „Grünling“ entweichen. Beim letzten Schritt, dem Sintern, erhalten die Teile durch den einsetzenden Schrumpf ihre endgültige Größe und Festigkeit. Das Ergebnis ist der sog. „Braunling“.
Die Teile können dann verschiedenen mechanischen Bearbeitungen und Oberflächenbehandlungen unterzogen werden. Das Resultat sind einsatzbereite Fertigprodukte für den Kunden.
Diese Art der Pulververarbeitung findet dann Anwendung, wenn die Formgebungsvielfalt des Spritzgusses mit den Eigenschaften von Metallen verknüpft werden soll.
Die MIM-Technik beinhaltet signifikante Fertigungsvorteile gegenüber anderen Technologien, wenn folgende Merkmale zutreffen:
● Komplexe und aufwändig zu bearbeitende Konturen
● Größere und größte Stückzahlen (5000 bis mehrere Millionen)
● Geringe Bauteilgröße